II. DICHTER DEUTEN DAS
DASEIN
Die religiöse Spur in der Literatur
Kooperation mit der Kath. Erwachsenenbildung im Bistum Passau e.V.
Literaturseminar mit Univ.-Prof. em.
Dr. Otto Betz, Passau
Otto Betz, emeritierter Professor für Religionspädagogik der
Universität Hamburg, lebt in Passau; er hat zahlreiche Beiträge über
Märchen und christliche Spiritualität publiziert.
Sa, 7. Juli 2012 (9-13 Uhr)
"Märchen und ihre religiöse Botschaft"
Sie gehören zu unseren ältesten (und beliebtesten) Geschichten. Schon
in unserer Kindheit hat man uns Märchen erzählt, und manche Gestalten
begleiten uns das ganze Leben lang: Hänsel und Gretel, Rotkäppchen,
Schneewittchen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass diese alten
Erzählungen sich gar nicht in erster Linie an Kinder richten: In ihnen
kommt die Weisheit unserer Vorfahren auf uns zu, der Erfahrungsschatz
der Völker. Und obwohl in den Märchen selten von Gott die Rede ist,
haben sie eine verborgene religiöse Botschaft. Sie künden davon, dass
unsere Welt zwar voller Gefahren ist, dass es dunkle und zerstörerische
Mächte gibt, dass aber das Böse nicht das letzte Wort hat. Es gibt zwar
Verzauberung und Verirrung, aber es gibt auch Erlösung und Heimführung.
Die Märchen verkünden ein Urvertrauen, in ihrer Bildersprache machen sie
uns Mut, auch schwierige Aufgaben zu bestehen und nie die Hoffnung zu
verlieren. Der Dichter Novalis hat gesagt: „Höchst sonderbar ist die
Ähnlichkeit unsrer heiligen Geschichte mit Märchen...Alle Märchen sind
nur Träume von jener heimatlichen Welt."
Leitung: Univ.-Prof. em. Dr. Otto Betz, Passau
Kosten: 25 €
Anmeldeschluss: 2. Juli 2012
Di, 23. Oktober 2012 (19-22 Uhr)
„Der Weg ist unendlich" - Franz Kafka
(1883-1924)
Faszination und Provokation
„Die Wahrheit ist das, was jeder Mensch zum Leben braucht und doch
von niemandem bekommen oder erstehen kann. Jeder Mensch muß sie aus
seinem eigenen Innern produzieren, sonst vergeht er. Leben ohne Wahrheit
ist unmöglich." So hat er Kafka in sein Tagebuch geschrieben. Er selbst
hat sich schwer damit getan, diese für ihn so lebensnotwendige Wahrheit
zu finden. Er war ein unerschrockener Fragesteller, und auch seine
Antworten sind im Grunde Fragen geblieben. In vieler Hinsicht war er der
Seismograph seiner Generation, er hat gleichsam die Angst als das
Grundgefühl seiner Epoche durchzutragen gehabt. Aber man sollte auch
bedenken, dass hinter dem Ausgeliefertsein menschlicher Existenz doch
eine unerklärliche Sinnschicht zu stecken scheint. Wenn man die
jüdischen Wurzeln Kafkas bedenkt, seine Beschäftigung mit der Kabbala
und dem Chassidismus, wird manches von der Bildwelt seiner Dichtung
verständlicher. Aber: leicht macht er es seinen Lesern nicht; es gehört
schon ein gewisser Mut dazu, sich seinem Werk zu stellen. Leitung:
Univ.-Prof. em. Dr. Otto Betz, Passau
Kosten: 25 €
Anmeldeschluss: 17. Oktober 2012
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